April: Iowa, Illinois, Kentucky, Tennessee, Georgia
Mai: North Carolina, Tennessee, Ontario, Quebec, Maine, New Brunswick, Nova Scotia
Juni: Nova Scotia, Neufundland, Labrador
Juli: Quebec, Ontario, Manitoba, Saskatchewan, Alberta, British Columbia, Yukon Territory, Alaska
August: British Columbia, Yukon Territory, Northwest Territories, Alaska
September: British Columbia, Alberta, Montana, Wyoming, Idaho, Utah, Nevada, CaliforniaOktober: Neuseeland; Northland, Marlborough
November: Marlborough (NZ); Australien: Victoria
Dezember: Victoria, New South Wales
Januar: Queensland
Februar: Thailand
März: Deutschland
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Die Nordinsel: Urwald und vulkanische Aktivitäten
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Tongariro Crossing gilt als schönste Tageswanderung in NZ
Torsten am 03.10.2001 in Auckland (Neuseeland):
Viel kann ich jetzt noch nicht schreiben, wir sind ja gestern erst hier angekommen. Aber der erste Eindruck ist vielleicht doch von Interesse: NZ ist nicht nur ziemlich europäisch, sondern very british. Ein durchaus angenehmer Kontrast nach soviel american way of life.
Auckland als Kiwi-Metropole ist viel freundlicher und deutlich weniger hektisch als San Francisco, irgendwie geht hier alles ein bisschen familiärer zu. Das gefällt uns ausgesprochen gut.
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Christiane in Auckland
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Besonders die USA waren für uns schon fast unerschwinglich teuer, hier ist dagegen alles richtig preiswert. Für das Geld, das wir für eine Woche Unterkunft (mit über 50% Discount!) in einem Vorort San Francisco bezahlt haben, könnten wir hier locker über 3 Wochen im Zentrum von Auckland wohnen. Oder noch anders gesagt: hier bekommt man für den Preis einer übernachtung auf einem gut ausgestatteten amerikanischen Campground schon eine Übernachtung in einer guten Bed & Breakfast Lodge. Das wird unserer Reisekasse sehr gut tun.
Wir sind übrigens gerade in einem Fahrradladen gewesen und werden das Land ab übermorgen mit unseren neu erstandenen Zweirädern erkunden.
Christiane am 12.10 in Matai Bay/Northland (Neuseeland)
Mindestens zehn verschiedene Melodien sang der Vogel, der uns am Freitag Morgen in Auckland, Neuseeland weckte. Am Dienstag, den 2.Oktober waren wir hier in Neuseeland angekommen und hatten bis jetzt ein paar Tage damit zugebracht, uns Fahrräder auszusuchen und zu bestellen. Wir hatten uns nämlich vorgenommen, dieses Land mit Muskelkraft und auf Zweirädern zu erkunden. Heute konnten wir nun unsere nagelneuen Mountain Bikes abholen. Die erste Herausforderung bestand darin, durch den dichten und schnellen Linksverkehr in Auckland mit den Rädern zurück zu unserer Bed & Breakfast Unterkunft zu fahren. Das war nicht nur ungewohnt, sondern auch gefährlich. Die Autos kamen immer aus für uns völlig unerwarteten Richtungen angerast. Eine Grosstadt ohne Radwege ist vielleicht nicht gerade der ideale Ort, um sich an Linksverkehr zu gewöhnen.
Doch noch heil in unserem Zimmer angekommen, bestand die nächste Herausforderung darin, all unser Gepäck in den neu erworbenen Fahrradtaschen unterzubringen. Je später es wurde, desto schlechter wurde unsere Laune. Die Fahrradtaschen waren schon voll, die Gepäckträger hoch beladen, und vor uns standen immer noch zwei halbvolle Rucksäcke. Die einzige Lösung für uns war es, erst einmal einen Teil unseres Gepäcks in unserer Unterkunft zu lassen und nach Ende unserer ersten Tour weiter zu überlegen. Diese Tour sollte uns ins Northland führen - und, um zum Ausgangspunkt zu gelangen, wollten wir am Samstag morgen den Bus nehmen.
Als der Wecker um sechs Uhr klingelte, brauchte ich nicht aus dem Fenster zu schauen - ich konnte schon hören, dass es in Strömen regnete! Bis zur letzten Sekunde überlegten wir, ob wir wirklich aufbrechen sollten. Dann entschieden wir uns aber doch dafür. Wir rasten los, um den Bus noch zu erwischen, und wurden gleich wieder ausgebremst. Bei der ersten steilen Steigung sprang mir die Kette vom Zahnrad. Ich konnte einfach noch nicht richtig mit der Gangschaltung umgehen. Mit zwei Handgriffen hatte Torsten das Problem behoben und so erreichten wir den Bus doch noch rechtzeitig.
Als der Busfahrer unsere Fahrräder sah, sagte er:" Ja, dann nehmt mal eben alle Räder ab!" Da verging uns endgültig der Humor. Nach kurzer überlegung ging Torsten hin und behauptete einfach, nicht das richtige Werkzeug zu haben. Wir nahmen nur die Sättel ab und stellten die Lenker quer und plötzlich passten die Fahrräder doch in den Laderaum des Busses.
Auf der zweistündigen Busfahrt redeten wir kaum miteinander. Ich hoffte immer nur, dass der Regen aufhören möge. Nur ganz langsam wurde mir bewusst, durch was für eine Landschaft wir eigentlich fuhren. Irgendwann fragte Torsten: "Sind das eigentlich Farne oder Palmen da?" Die Pflanzen und Tiere am Strassenrand waren völlig anders als alles, was ich bisher gesehen hatte.
Leider regnete es immer noch, als wir aus dem Bus ausstiegen. Der Busfahrer lud all unsere Sachen aus und da standen wir nun: Mitten in der Landschaft auf einem nassen Parkplatz mit einem Haufen Gepäck und zwei halb auseinander genommenen Mountain Bikes. Zu allem überfluss - und dem Spass der anderen Fahrgäste - fegte ein heftiger Windstoss auch noch unsere Helme unter den Bus. Das war alles in allem kein schöner Start!
Auf der ersten Tagesetappe wurde es auch irgendwie nicht besser. Wir hatten Gegenwind, es regnete den ganzen Tag, und die Strasse führte immer die Berge rauf und runter. Ich bin es überhaupt nicht gewohnt, in den Bergen Rad zu fahren und so hatte ich schwer zu kämpfen.
Auch die ganzen folgende Nacht, die wir auf einem Campingplatz verbrachten, goss es in Strömen. Doch am Morgen liessen die Schauerlangsam nach.
Beim Frühstück lernten wir Cornelia und Jean-Pierre kennen. Die beiden kommen aus der Schweiz und waren wie wir in Neuseeland mit dem Fahrrad unterwegs. Sie machten die gleiche Rundtour durch Northland. Und genau wie wir waren sie auch auf einer längeren Reise. Sie hatten sich für ein halbes Jahr frei genommen. Wir verstanden uns auf Anhieb gut und so dauerte das Frühstück etwas länger als sonst. Das hatte auch den Vorteil, dass danach der Regen endgültig aufgehört hatte.
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wenigstens ein Sonnenuntergang nach einem Regentag
Die Sonne schien, als wir unsere zweite Tagestour begannen. Unserer Laune wurde besser und langsam fing ich an, mich an die Berge zu gewöhnen. Ich machte einfach Pausen wann immer ich nicht mehr fahren konnte. Schon mittags trafen wir die beiden Schweizer wieder. Cornelia hatte den Reiseführer besser studiert als ich und gab uns den Tipp, mit einem kleinen Umweg die schlimmsten Steigungen des Tages zu umfahren. Das Wetter war uns wohlgesonnen und die Seitentour, die Cornelia empfohlen hatte, war wunderschön. Zwar ging es auch hier oft steil rauf und runter und manchmal sogar auf Schotterpisten, aber die Strecke war kaum von Autos befahren und führte durch urtümlichen Neuseeländischen Wald. Es gab Bäume mit knallroten Blüten, Palmen und baumhohe Farne. Fremde Vögel in allen Farben sangen wunderschöne Melodien und machten seltsame Geräusche. Uns kam das ganze fast so vor, als seien wir im Paradies.
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Eindrücke einer...
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...500km Radtour
Diese Tagesetappe endete auf einem Campingplatz im Waipoua Forest und auch hier konnte ich mich an den seltsamen Vogelgesängen kaum satt hören. Cornelia und Jean-Pierre kamen kurz nach uns an und so sassen wir am Abend noch lange zusammen. Ohne dass wir es verabredeten hatten, fuhren wir die nächsten Tage mehr und mehr zu viert durch die Gegend. Mal fuhren die einen vor, mal die anderen. Am schönsten fand ich es immer, wenn ich mich als Langsamste die langen steilen Steigungen heraufquälte und oben warteten Torsten, Cornelia und Jean-Pierre auf mich.
Das Wetter änderte sich in den letzten Tagen dauernd. Mal wurden wir bis auf die Knochen nass und mal mussten wir uns mit Schutzfaktor 30 vor der Sonne schützen. Einem Tipp folgend, den die beiden Schweizer von einem anderen Radfahrer bekommen hatten, sind wir nun zusammen nach Matai Bay gefahren. Dieser kleine Campingplatz liegt am Ende der Kari Kari Halbinsel. Eine Bucht, die von einem weissen Sandstrand gesäumt ist, liegt zwischen felsigen Bergen, auf denen Palmen wachsen. Das blaue Wasser ist glasklar und warm genug zum Baden und am Strand liegen tropische Muscheln. Wir sind fast alleine hier und haben spontan beschlossen, hier einen Tag Pause zu machen. Nun geniessen wir die Sonne, strecken unsere beanspruchten Beine und freuen uns im seltsamen, fremden und wunderschönen Neuseeland zu sein.
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Tongariro Crossing
Torsten am 15.10 in Paihia/Northland (Neuseeland):
"Heavy rainfalls all over, all day long" - das war der Schlussatz des Wetterberichts für den ersten Tag unserer Fahrradtour. Und sie hatten Recht! Der Start für unsere 500 km Northland-Fahrradtour hätte kaum schlimmer sein können. Aber es kam noch dicker: Aus dem einen Regentag wurde gleich eine Serie von tropischen Unwettern. Wie wir später erfuhren, zog gleichzeitig - für Neuseeland (NZ=New Zealand) sehr ungewöhnlich - ein Tornado seine zerstörerische Sppur. Nur wenige Kilometer von unserem Zelt entfernt mähte er gleich mehrere Häuser nieder.
Auch sonst waren die ersten Tage nicht gerade ein sanfter Einstieg. Radfahren im Gebirge ist für uns eine neue Erfahrung, durchaus eine sportliche Herausforderung. Am besten ist mir der Tag im wunderschönen Waipoua National Forest in Erinnerung geblieben: gleich am Anfang eine 7 km lange 8-prozentige Steigung. Da muss man schon gut gefrühstückt haben, will man die restlichen, nicht minder steilen 50 km Berg- und Talbahn auch noch schaffen. Ich hatte danach jedenfalls den mit Abstand besten Muskelkater meines Lebens.
In NZ (Neuseeland) ist wirklich alles anders. Seltsame bunte Vögel, die urige metallische Laute von sich geben, weit ausladende tropische Bäume mit knallroten Blüten, die bei uns zuhause bestenfalls ein kümmerliches Dasein als mickrige Topfpflanzen fristen. Etwas vertrauter war mir da beim ersten Hinsehen schon der Anblick von saftigen grünen Wiesen mit schwarzbunten Holsteiner Kühen - gesäumt von Palmen! Es gibt keine gefährlichen Raubtiere, nicht mal giftige Schlangen oder Spinnen. Ein Paradies - fast schon zu schön, um wahr zu sein.
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Landleben
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Rast mit Jean-Pierre und Cornelia
Die Neuseeländer haben wir als freundlich und sehr gelassen kennengelernt. Hier scheint sich niemand mit unnötigem Alltagstress zu quälen. Allerdings gibt es da eine schwerwiegende Ausnahme: wenn ein Neuseeländer ein Fahrzeug lenkt, wird er zum Tier. Nach dem Motto: 'Radfahrer gehören in den Strassengraben' wird geschnitten, ausgebremst und in den Gegenverkehr hineingefahren, dass einem die Zehennägel hochklappen. Das ist auch nicht mehr lustig, sondern echt lebensgefährlich! Meine bisherigen Lieblingsfeinde, die deutschen Autofahrer, sind dagegen richtig lammfromm. Es gibt hier natürlich auch welche, die sich nicht durch einen so rücksichtslosen Fahrstil hervortun. Dafür hupen die dann beim Anblick eines sich den Berg hochquälenden Radfahrers unnütz herum und grinsen einen dabei dämlich an - soll wohl witzig sein. Meistens haben die dann auch noch einen oder mehrere ungezogene Bälger auf dem Rücksitz, die mit plattgedrückter Nase an der Heckscheibe furchtbare Grimassen schneiden. Radfahrer scheinen generell alle Kiwis (so nennen sie sich selber gerne) masslos zu erheitern und zu unbedachten Handlungen anzustiften. Seltsam...
Ansonsten gibt es hier noch die Maori. Das sind nicht unbedingt die Art von Ureinwohnern, die man aus Australien oder Amerika kennt, sie sind erst vor ca. 1000 Jahren hierher gekommen und haben einen Teil von NZ besiedelt. Wir hatten bisher noch nicht das Vergnügen, Maori persönlich kennenzulernen, sie scheinen eher unnahbar zu sein und gelten auch nicht als sehr fremdenfreundlich. Als Autofahrer sind die Maori jedenfalls auch nicht besser als alle anderen.
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass die Maori immer sehr wehrhaft waren und die ersten Entdecker aus Europa durchaus hin und wieder zu verspeisen pflegten. Offensichtlich haben sie sich das aber im Laufe der Zeit abgewöhnt, vielleicht waren die Europäer nicht schmackhaft genug.
Insgesamt macht NZ den Eindruck, eine waschechte britische Kolonie zu sein. In den Nachrichten im TV wird zuerst gemeldet, was Tony Blair zur Weltlage meint und die Berichte zur englischen Fussballiga kommen gleich nach den heimischen Rugby-Spielen.
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im Zelt
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Tongariro Crossing![]()
Tongariro Crossing
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ein Superteam
Wir sind hier in NZ übrigens als Langzeitreisende keine Ausnahme. Waren wir in den USA und Kanada mit unserer einjährigen Reise noch die ungläubig bestaunten Exoten, fragt hier niemand nach, woher wir die viele Zeit haben. Die meisten Traveller hier haben deutlich mehr als 6 Monate zur Verfügung. Wir selber haben mittlerweile das Gefühl, dass uns die Zeit zwischen den Fingern wegrinnt und haben daher die Reiseziele Vietnam und Thailand zugunsten eines längeren Aufenthalts in NZ aufgegeben.
Tagebuch einer Weltreise © Torsten + Christiane Herrmann 2001/2002