April: Iowa, Illinois, Kentucky, Tennessee, GeorgiaMai: North Carolina, Tennessee, Ontario, Quebec, Maine, New Brunswick, Nova Scotia
Juni: Nova Scotia, Neufundland, Labrador
Juli: Quebec, Ontario, Manitoba, Saskatchewan, Alberta, British Columbia, Yukon Territory, Alaska
August: British Columbia, Yukon Territory, Northwest Territories, Alaska
September: British Columbia, Alberta, Montana, Wyoming, Idaho, Utah, Nevada, CaliforniaOktober: Neuseeland; Northland, Marlborough
November: Marlborough (NZ); Australien: Victoria
Dezember: Victoria, New South Wales
Januar: Queensland
Februar: Thailand
März: Deutschland
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Quellwasser wird gefiltert
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Bärensichere Unterkunft am AT
Torsten am 2.5.2001 in Fontana Dam, North Carolina (USA):
"Sir, this is a dry county!" (County = Landkreis) Das war die Antwort auf unsere Frage, wo es denn eine Flasche Wein oder ein 6-Pack Bier zu kaufen gibt - nach 2 Wochen wandern bei (leckerem) Quellwasser und Earl Grey Tee wird das ja wohl erlaubt sein. Also: auch zum guten Essen trinkt man hier entweder klebrige Brause, gechlortes Leitungswasser (mit den obligatorischen Eiswürfeln aus eben diesem Wasser) oder superdünnen Kaffee, der meist schon stundenlang auf einer Warmhalteplatte gebraten hat. Aber selbst, wenn man sich in einem etwas weltlicheren County aufhält, ist man vor derlei entsetzlichen Geschmacksverbrechen nicht gefeit. Die Amis sind sich auch nicht zu schade, einen erstklassigen Merlot mit Brombeeraroma oder einen wunderbaren Chardonnay mit Himbeeraroma zu versauen. Warum? Warum nur tun Menschen so etwas? Muß denn immer alles süß und klebrig sein?
Ich könnte mich noch stundenlang über die den Ernährungsstil - sagen wir - amüsieren - aber eins bleibt wirklich unschlagbar: die Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit der der Menschen hier! Es ist uns tatsächlich passiert, daß ein wildfremder Autofahrer plötzlich anhielt und uns frisches Trinkwasser schenkte. Oder ein Campground Host, der uns zum nächsten Trailhead (= Anfang eines Wanderweges) chauffiert. Solche Geschichten haben wir oft erlebt. Hier nennt man das Trail Magic. Es ist schon beschämend, wie wenig von dieser Kultur bei uns gepflegt wird. Ach ja, der Trail: wir sind mittlerweile am Great Smoky Mountains National Park angekommen, der meistbesuchte Nationalpark der USA. Wenn wir die Smokies hinter uns haben, werden wir den südlichen AT wohl verlassen und einen großen Sprung nach Norden machen, schließlich wollen wir im Juni in Kanada sein.
Zum Schluß noch eine kleine Bärengeschichte: Es wimmelt auch hier von Schwarzbären (sie gelten aber als weniger aggressiv als ihre Artgenossen in Kanada oder in den Rockies), und so hat es ein ganz besonders pfiffiges Exemplar dieser Spezies geschafft, sich unseren sicher aufgehängten Futtersack zu krallen. Er hat 16 XXL-Snickers und 7 Fertiggerichte mit Verpackung verputzt. Unser halber Vorrat für 4 Tage wandern . Aber egal: unser Zelt hat er verschont und wir haben zum Zeitpunkt der Tat selig geschlafen. Die Bescherung bemerkten wir erst zum Frühstück.
Christiane am 11.05.2001 in Hot Springs/North Carolina (USA):
Der Appalachian Trail ist ein 2167 Meilen langer Wanderweg. Er führt von Georgia bis nach Maine. Jedes Jahr machen sich ca. 2000 Wanderer auf den Weg, den ganzen Trail zu Fuß zu bestreiten. Was sich auf dem Weg abspielt und was die Wanderer erleben, nennt man hierzulande Trailmagic: die Magie des Trails. Torsten und ich durften ein paar Wochen erleben, was damit gemeint war.
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Christiane bei einer RastWir starteten von einem Campingplatz, von dem die meisten Wanderer zum Springer Mountain aufbrechen, dem eigentlichen Anfang des Appalachian Trails. Wir wanderten los und schon am ersten Tag bekamen wir einen Sonnenbrand. Das Wetter war so heiß, wie wir es beim Wandern noch nie erlebt hatten.
Die Wanderer, denen wir unterwegs begegnet sind, grüßten uns mit der üblichen Frage: "Hi, how are you?" Was uns überraschte, war, daß sie wirklich wissen wollten, wie es uns geht. Man tauschte sich kurz über die nächste Wasserquelle und die besten Campingmöglichkeiten aus. Abends trafen wir dann viele von Ihnen wieder, die an den gleichen Plätzen wie wir zelteten. Beim Lagerfeuer erfuhren wir die Gründe, warum die einzelnen Leute sich auf den Weg machten zu Fuß nach Maine zu gehen. Einige waren jung und wußten nach dem Studium nichts mit sich anzufangen, andere versuchten, zu sich selbst zu finden und noch andere sahen das Ganze als sportliche Herausforderung.
Erstaunt haben uns aber auch die vielen Rentner, die sich unter den Thru-Hikern, wie man die "Durchwanderer" hier nennt, befanden. Doch auch wir wurden bestaunt, wenn wir erzählten, daß wir uns auf einer einjährigen Weltreise befanden. Die Trail-Magie beginnt in dem Augenblick, wenn plötzlich nach einem heissen Wandertag jemand kommt und einem Schokoladeneis schenkt, daß er wer weiß woher gezaubert hat. Oder wenn am Trail plötzlich eine Kühlkiste mit Cola zur Selbstbedienung steht. Oder als wir eine Strasse kreuzten und nach der in der Karte eingetragenen Quelle suchten. Ein Auto hielt an und der Fahrer schenkte uns so viel Wasser wie wir brauchten. Einfach so!
Im Great Smoky Mountain Nationalpark rückte man dann noch ein bißchen mehr zusammen. Dort war es Pflicht, in den Schutzhütten zu übernachten oder wenn diese voll sind, zumindest direkt daneben zu zelten. Das hat auch alles seinen Sinn. Denn als ich nachts aufwachte und Torsten neben mir senkrecht im Zelt saß -mit der Trillerpfeife im Mund- wußte ich was los war. Ein Bär stöberte durchs Lager und versuchte an das in sicherer Höhe aufgehängte Essen zu kommen. Wir machten Lärm und unsere Nachbarn in der Schutzhütte halfen uns, den Bären zu vertreiben. Die Schwarzbären im Osten der USA sind zum Glück noch ein wenig menschenscheu und gehen nicht an Zelte. Aber man fühlt sich doch sicherer, wenn man andere Wanderer in seiner Nähe weiß.
Wir haben Freundschaften geschlossen und Einladungen bekommen und es fällt uns richtig ein bißchen schwer, den Appalachian Trail und seine Magie hier in Hot Springs/North Carolina zu verlassen! Tip: Wen es ,interessiert der sollte das Buch "Frühstück mit Bären" von Bill Bryson lesen.
Torsten am 15.05.2001 in Asheville/North Carolina (USA):
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Die Veranda von Jimmy und Cary (im Hintergrund)![]()
Blick von der Veranda
Wir haben uns gestern ein Auto gekauft! Einen 91er Ford Aerostar (das ist ein Van mit Platz zum Schlafen drin).
Es war ganz einfach besser, weil unsere bisherigen Kosten für Transporte, Übernachtungen und Verpflegung unsere vorherigen Kalkulationen doch um einiges übertroffen hatten. Das Problem war, daß wir nur soviel Proviant bei uns haben konnten, wie unsere Rucksäcke fassen konnten und manchmal auch noch tagelang in einem Hotel/Motel/Campground auf einen verabredeten privaten Transport warten mussten. Es gibt hier nämlich fast gar keine öffentlichen Verkehrsmittel. Alles funktioniert auf privater Basis und dazu braucht man auch noch einen PC, irgendwie muss man ja die Leute finden, die einen privaten Shuttle Service haben. Zu Fuss ist das alles sehr teuer und mühselig, bzw. unmöglich.
Mit dem Auto sind wir jetzt unabhängiger und können solche überflüssigen Kosten auf ein Minimum reduzieren. Wenn der Van unsere geplante Route ohne grosse Reparaturen durchhält, haben sich die Kosten für das Auto in ca. 2 Monaten amortisiert.
Dass das mit dem Autokauf alles so gut geklappt hat, haben wir einem echten Trail Angel zu verdanken: Jimmy! Den haben wir am Anfang des Trails kennengelernt und wir haben uns gleich so gut verstanden, dass er uns zu sich und seiner Frau nach Hause eingeladen hatte - und wir haben diese Einladung angenommen.
Jimmy hat uns die ganzen Formalitäten und Tücken beim Autokauf erklärt und uns auch seine Adresse zum Anmelden des Autos zur Verfügung gestellt. Ich muss es nochmal sagen: diese Art von Hilfsbereitschaft ist einfach umwerfend gut!
Und an Jimmy's Computer kann ich das Design dieses Tagebuchs auch gleich ein bisschen aufmöbeln. In den nächsten Wochen werden Neueinträge aber wohl nicht mehr so einfach sein.![]()
...als Zuschauer bei einer Sportveranstaltung
Foto: Jimmy B. Goode
Torsten am 21.05.2001 in Stayner/Ontario (Canada):
Der Süden hat sich mit einem mächtigen Gewitter von uns verabschiedet. Eigentlich wollten wir auf dem Blueridge Parkway und dem Skyline Drive (im Gebirge) durch Virginia und Pennsylvania nach Norden fahren, aber die schlechte Sicht in den Bergen hat unsere Pläne kurzfristig geändert.
Jetzt sind wir also in Kanada, in der Nähe von Toronto. Es hat uns mit Macht in Richtung Norden gezogen. Wir haben auf unserem Weg über Maine zur kanadischen Ostküste noch kurzfristig einen Schlenker nach Ontario gemacht, weil wir hier unsere Freunde Sybille und Bill besuchen wollten.
Das Auto macht sich übrigens sehr gut, es hat sich die 1300 Meilen bis hierher ganz brav verhalten. Nur die Batterie macht einen etwas müden Eindruck. Bevor wir uns damit auf die Hardcore-Highways im kanadischen Busch (Labrador, Yukon und Northwest Territories) trauen, werden wir uns wohl eine neue Batterie zulegen - nicht auszudenken, wenn dort die Karre wegen so einer Nichtigkeit nicht anspringt.
Torsten am 27.05.2001 in Lily Bay (Moosehead Lake) /Maine (USA):
...wir sind jetzt von Ontario an Toronto vorbei über Ottawa und Montreal nach Maine (USA) gefahren. Nicht, dass Kanada uns nicht gefallen hätte, aber weil wir Kanada von Ost nach West auf den am nördlichsten gelegenen Strassen durchqueren wollen, müssen wir da (Osten) ja erst mal hin. Und da ragt der US-Bundessstaat Maine weit nach Kanada hinein.
Maine ist übrigens echt klasse! Sehr nordisch, riesengross und fast menschenleer. Einen Urlaub in Maine können wir jedem Nordland Fan echt ans Herz legen!!!
Auf dem Weg hierher haben wir auch einen Landstrich kennengelernt, der uns leider nicht gefallen hat: Quebec! Nachdem wir uns mit dem entspannten und defensiven Fahrstil der Amerikaner und Kanadier sehr schnell angefreundet hatten, hat uns die rücksichtslose und aggressive Raserei der Quebec erstens ziemlich irritiert und zweitens stark an deutsche Verhältnisse erinnert. Man glaubt sich echt in einer anderen Welt, aber bestimmt nicht in Kanada. Hinzu kommt, dass man hier französisch spricht, was an sich ja nichts schlimmes ist. Aber die Arroganz, mit der man vom "Rest" des Landes Zweisprachigkeit verlangt und es selber aber nicht für nötig hält, irgendwas in englisch auszuschildern, macht Quebec wirklich nicht gerade sympathisch. Abgesehen von diesen Minuspunkten ist Quebec aber dennoch sicher zumindest eine Durchreise wert.
Wir werden in den nächsten Tagen in Richtung New Brunswick (Canada) weiterreisen...
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Paddeln in Maine
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Bootsanleger in St.Andrews
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Sonnenuntergang am Lake Ontario
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nach Hause telefonieren
Torsten am 30.05.2001 in St. Martins/New Brunswick (Canada):Ich muss es an dieser Stelle ganz deutlich sagen: wir finden es total klasse, dass wir soviel Post bekommen, einmal von Freunden, Verwandten und Kollegen, aber auch von Leuten, die wir gar nicht kennen. Von Leuten, die irgendwie auf unsere Website gestossen sind und uns ganz einfach eine gute Reise wünschen wollen oder Fragen zu unseren bisherigen Reisezielen hatten. -Toll!!!! Macht ruhig weiter so.
Wo waren wir stehen geblieben? Wir sind in New Brunswick angekommen. So langsam aber sicher erschlagen uns die Dimensionen Nordamerikas. Es ist wirklich unglaublich, wie spektakulär schön dieses Land ist. Jedesmal, wenn wir irgendwo angekommen sind, denken wir: das hier ist jetzt aber wirklich am schönsten. Aber kaum sind wir irgendwo anders, finden wir es dort noch schöner (ausser Quebec). Wie soll das noch weitergehen?
Egal, hier in New Brunswick erleben wir z. Zt. den Frühling in diesem Jahr zum dritten Mal (da wir mit dem Frühling in Richtung Norden fahren, blühen überall ständig die Obstbäume). Und die Landschaft und die Natur sind wieder Mal atemberaubend schön. So langsam gehen mir jetzt auch die Superlative dafür aus, um all das überhaupt noch in worte kleiden zu können. Wenn ich jemandem einen Reisetipp geben sollte, könnte ich nur noch sagen: seht Euch an, was wir uns angesehen haben, das alles ist mehr als eine Reise wert!
Hier in New Brunswick (very british) sind die Menschen sehr freundlich, man kriegt z.B. am Campground mal eben ein paar frisch gebackene Biskuits von der Nachbarin vorbeigebracht.
Und die Natur? Man könnte einen Roman schreiben. Vielleicht sollte ich erwähnen, dass man hier sehr stolz darauf ist, in der Bay of Fundy über den grössten Tidenhub der welt zu verfügen, an einigen Stellen bis zu 20m!!!!
Tagebuch einer Weltreise © Torsten + Christiane Herrmann 2001/2002