April: Iowa, Illinois, Kentucky, Tennessee, Georgia
Mai: North Carolina, Tennessee, Ontario, Quebec, Maine, New Brunswick, Nova Scotia
Juni: Nova Scotia, Neufundland, Labrador
Juli: Quebec, Ontario, Manitoba, Saskatchewan, Alberta, British Columbia, Yukon Territory, AlaskaAugust: British Columbia, Yukon Territory, Northwest Territories, Alaska
September: British Columbia, Alberta, Montana, Wyoming, Idaho, Utah, Nevada, California
Oktober: Neuseeland; Northland, Marlborough
November: Marlborough (NZ); Australien: Victoria
Dezember: Victoria, New South Wales
Januar: Queensland
Februar: Thailand
März: Deutschland
Christiane am 03.08.2001 in Whitehorse/Yukon Territory (Canada):
Es fühlte sich gut an, mal wieder in einem Haus zu schlafen und Toilette und Dusche gleich in der Nähe zu haben. Bei unserem Freund Gerry haben wir uns in Whitehorse/Yukon Territorry ein paar Tage vom Reisen ausgeruht
Doch dann fing es wieder an, in unseren Füssen zu jucken. Vor fünf Jahren waren wir zum ersten Mal in Alaska und dem Yukon Territorry. Damals waren wir über den Chilkoot Trail gewandert. Dieser alte Indianerpfad den die Tlingit Indianer schon immer benutzten, um von der Küste durch die Berge ins Inland zu gelangen, kam vor hundert Jahren zu richtiger Berühmtheit. Im Jahr 1896 entdeckte man am Klondike River in Dawson City Gold. Das veranlasste tausende Abenteurer, sich auf den Weg in den Yukon zu machen um dort Gold zu suchen. Die Route führte damals genau über diesen Trail. Auf dem Weg galt es, den Chilkoot Pass zu erklimmen, der ausserdem die Grenze von Alaska nach Kanada darstellt. Dort mussten die Goldsucher beweisen, dass sie eine Tonne an Lebensmitteln mit sich bringen, um sich für ein Jahr selber versorgen zu können. Das machte den Aufstieg natürlich ungleich schwerer, denn die Goldsucher mussten viele Male herauf und herunter, um alles über den Pass zu bringen.
Viele Bücher und Gedichte gibt es über den Goldrausch von 1898, die berühmtesten wohl von Jack London und Robert Service. Wir dagegen hatten ganz persönliche Erinnerungen an diese Wanderung. So beschlossen wir, diesen 53km langen Weg noch einmal zu bewandern. Heute ist der ganze Pfad ein Nationalpark und ein riesiges Freilichtmuseum. Man muss sich registrieren lassen, wenn man dort wandern möchte. Und man wird darüber informiert, wo man campen darf und auf was man achten muss bezüglich der allgegenwärtigen Bären.
Gerry brachte uns zum Ausgangspunkt des Trails, dem Flussdelta des Taiya Flusses, an der Küste von Alaska. Von dort geht es immer Bergauf am Fluss entlang. Schon auf der ersten Metern kam uns ein Ranger entgegen. "Da wo ihr heute Nacht campen wollt ist ein Grizzly unterwegs. Das ist sehr ungewöhnlich für diese Jahreszeit!" informierte er uns. Wir sahen und hörten keinen Bären in unserem Lager - aber ich war doch sehr froh, dass sich noch ein weiteres Paar diesen Platz zum übernachten ausgesucht hatte.
Am anderen Morgen waren wir sehr früh auf den Beinen. Wir waren viel besser in Form als wir es erwartet hatten. Das wochenlange Autofahren hat unserer Kondition, die wir uns auf dem Appalachian Trail so hart erarbeitet hatten, kaum geschadet. Mittags kamen wir schon in Sheep Camp an, dem letzten Lager vor dem steilen Aufstieg zum Chilkoot Pass. Wir konnten uns den schönsten Platz aussuchen. Das war nicht nur der schönste Platz, sondern auch genau der, auf dem wir vor fünf jahren schon einmal gecampt hatten.
Auch am Tag des Passaufstiegs waren wir sehr früh auf den Beinen . Kurz nach 7 Uhr hatten wir unsere Rucksäcke schon angeschnallt und die Schuhe geschnürt. Leider war das Wetter scheusslich. Je höher wir kamen, desto nebliger wurde es. Die scharfen Steine waren so glitschig, dass ich mir an einem das Knie ein wenig aufschlug. Aber wir kamen trotzdem sehr gut voran. Je näher wir dem Pass kamen, desto schlechter wurde die Sicht und plötzlich standen wir im Schnee. Die Schneefelder, die aus dem letzten Winter noch übrig waren, waren vereist und sehr glatt. Ständig musste man aufpassen, nicht auszurutschen. Wir waren sehr froh, unsere Teleskopstöcke dabei zu haben. Dann kamen wir zum Fuss des steilen Passes und die sogenannten 'Golden Stairs' (goldene Treppen) lag vor uns. Über riesige Felsblöcke muss man hier steil heraufklettern. Wanderstöcke sind da keine Hilfe mehr. Vielmehr brauchte ich meine Hände, um mich festzuhalten oder hochzuziehen. über eine Stunde kletterten wir und so manches Mal glaubte ich, den Pass schon vor mir zu erkennen. Doch in diesem dichten Nebel konnte man weder nach oben noch nach unten viel sehen. Einfach weiterklettern war die Devise. Doch endlich waren wir oben. Kanada lag uns zu Füssen! (Auch wenn wir es nicht sehen konnten). Auf den Tag genau fünf Jahre, nachdem wir den Pass zum ersten Mal bezwungen hatten und ausserdem genau an unserem dritten Hochzeitstag!
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Chilkoot Pass
Mag sein dass das eine Ungewöhnliche Art ist, diesen Tag zu begehen. Aber wenn man sich im Yukon verliebt hat und in Jokkmokk/Schweden (nördlich des Polarkreises) geheiratet hat, ist eine Hochzeitstagsfeier auf dem Chilkoot Pass doch wohl eigentlich ziemlich passend.
Viel früher als erwartet waren wir schon über den Berg und so beschlossen wir, unsere Tagesetappe noch um ein paar Kilometer zu erweitern und ein Camp weiter zu übernachten, als wir ursprünglich vorhatten. Auf dem Weg dahin mussten wir aber noch über viele Schneefelder. Einige davon fielen steil zu einem tiefblauen See ab. Ein Ausrutscher auf diesen Schneefeldern hätte ein sehr kaltes und ungesundes Bad bedeutet. Denn wenn man mit dem schweren Rucksack auf dem Rücken überhaupt wieder aus dem Wasser aufgetaucht und herausgekommen wäre, hätte man sich nirgendwo wieder aufwärmen können. Das ist in den Bergen der sichere Tod. Doch dank unserer Vorsicht und unserer Wanderstöcke rutschten wir nicht in den See.
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Überquerung eines Biberdamms
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ein Schneefeld auf dem Pass
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erschöpft
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Deep Lake
Deep Lake, das zweite Lager nach dem Pass, ist ein Geheimtip für alle Chilkoot Wanderer, die nach der Passüberquerung noch ein bisschen Kraft in den Knochen haben. Es liegt an einem reissenden Gebirgsbach, der in den Deep Lake mündet. Bis zum Abend tauchten noch ein paar andere Wanderer auf. Unter anderem eine Familie aus .Kalifornien Die Frau hatte sich auf dem Pass das Knie verletzt und nun waren waren sie sehr langsam unterwegs. Sie hatten schon allein zwei Tage vom Pass bis Deep Lake gebraucht. Das zehrte natürlich an ihren Essensvorräten. Wir dagegen waren viel schneller als geplant und hatten daher für zwei Tage zuviel Essen dabei. So konnten wir ihnen ein wenig aushelfen und gleichzeitig unsere Rucksäcke ein wenig leichter machen.
Am letzten Tag unserer Chilkoot Wanderung nahmen wir den so genannten Cut-Off-Trail. Statt zum Lake Bennett, dem eigentlichen Endpunkt des Trails, zu gehen und mit dem Zug weiter zu fahren, geht man bei dem Cut-Off-Trail ein Stück auf den Schienen lang in die andere Richtung. Bei Log Cabin kreuzen die Schienen die Strasse und dort hatte Gerry unsere Auto für uns geparkt.
Doch auf den letzten paar Kilometern wurden wir noch einmal richtig ausgebremst. Ich wanderte schon recht müde hinter Torsten her, als ich plötzlich etwa hundert Meter vor uns einen Grizzly Bären sah. Dieser trottete gemütlich auf den Schienen in die gleiche Richtung wie wir. Der Wind kam von hinten und wir waren auch die ganze Zeit recht laut gewesen. Der Bär musste also längst wissen, dass wir hinter ihm waren. Doch das schien ihn nicht zu interessieren. Langsam verschwand er um eine Kurve und war ausser Sichtweite. Wir warteten eine Weile um dem Bären Gelegenheit zu geben, zu verschwinden. Dann gingen wir vorsichtig weiter. Dabei machten wir viel Lärm, so dass der Bär wusste, dass wir kommen. Wir sahen den Bären nie wieder. Er muss wohl irgendwo im Gebüsch verschwunden sein. So kamen wir am späten Nachmittag heil aber müde an unserem Auto an.
Der Chilkoot Trail war auch beim zweiten Mal ein grossartiges Abenteuer und für uns ein ganz besonderes Erlebnis.
Christiane am 13.08.2001 in Dawson City/Yukon Territory (Canada):
Eines stand schon am Anfang unserer Weltreise fest: Wenn wir im Yukon Territory sind, wollten wir zusammen mit unserem Freund Gerry den Dempster Highway herauf fahren. Schon vor zwei Jahren, in dem Sommer in dem wir Gerry in Whitehorse kennenlernten, hatte er uns vom Dempster Highway vorgeschwärmt. 726 Kilometer Schotterpiste in den hohen Norden nach Inuvik. Das ist der am weitesten im Norden liegenden Ort in Kanada, den man noch mit dem Auto erreichen kann. Hier mündet der Mac Kenzie River in einem über 100 Kilometer langen Delta in die Beaufort See. Auf der gesamten Strecke würden wir nur auf vereinzelte Spuren von Zivilisation treffen.
So kamen mir die Vorbreitungen zu dieser Fahrt auch wie eine Ausrüstung für eine Expedition vor. Wir kauften Lebensmittel, die für drei Personen für mindestens zehn Tage reichen sollten. Vorwiegend waren das Dosen und Unverderbliches. Gerrys Erfahrung nach war der Dempster Highway ein Reifenkiller. So hörten wir auf seinen Rat und spendierten unserem Van zwei neue Vorderreifen. Ausserdem besorgten wir uns ein weiteres Ersatzrad. Mit dem serienmässigen Ersatzrad und dem, das wir uns schon in Labrador gekauft hatten, kamen wir so auf drei Ersatzräder und vier neuwertige Reifen am Auto. Wir luden einen grossen Benzinkanister ein und die Campingausrüstung für uns drei. Nicht zu vergessen, das Hundefutter, denn Gerrys Hündin Tera sollte nicht zu Hause bleiben. Um alles in unser Auto zu kriegen, bauten wir die hintere unserer beiden Rücksitzbänke aus. Die Expedition konnte beginnen.
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Gerry erklärt, wie man...
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...richtig fotografiert!
Schon nach ca. 70 Kilometern kamen wir nach Tombstone. Tombstone Valley ist ein riesiges Tal, dass für seine vielen Wildtiere berühmt ist. Wir blieben zwei Tage, denn bei schönstem Wetter bot es sich an, einen Berg zu besteigen. Wir suchten uns einfach einen aus, der nicht zu hoch und steil erschien, und gingen los. Ein paar Stunden dauerte es schon, bis Torsten und ich auf dem Gipfel standen. Gerry war aus Rücksicht auf die 16 Jahre alte Hündin Tera etwas weiter unten geblieben. Es bot sich uns ein unglaublicher Ausblick. Vor uns breitete sich das Tombstone Tal in seiner unermesslichen Weite aus. In der Ferne sahen wir schroffe Berge, unter anderem den markanten Tombstone Mountain selber, der dem ganzen Tal den Namen gab. Im Tal hinter uns entdeckten wir vier Caribous und ein paar Dallschafe. Sie hatten sich dort gut versteckt und waren nur von diesem Berg aus zu sehen.
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Tombstone Valley
Am nächsten Tag fuhren wir weiter den Dempster Highway herauf. Wir kamen nach einigen Stunden Fahrt in Eagle Plains an. Das Schild am "Ortseingang" besagte, das Eagle Plains 18 Einwohner hat. Diese 18 Einwohner betreiben dort eine Tankstelle mit Werkstatt, einen Laden, ein Restaurant, eine Bar, ein Hotel und einen Campingplatz. Ausserdem konnten wir dort umsonst duschen und nicht ganz umsonst unsere Wäsche waschen. Wenn man seit ein paar Tagen kein Haus von innen, geschweige denn keine Dusche gesehen hat, kommt einem so ein Ort wie eine Oase vor. Wir reinigten uns und unsere Wäsche gründlich, liessen es uns im Restaurant gut schmecken und zogen dann herüber in die Bar.
Diese Bar muss man gesehen haben. Ca. 1930 gab es einen Trapper, der in der Nähe von Eagle Plains am Rat River lebte. Er wurde als der verrückte Trapper vom Rat River (The mad trapper of Rat River) berühmt. Nachdem er mehrere Menschen umgebracht hatte, wurde er von der Kanadischen Polizei gestellt und erschossen. Original Fotos dieser grausigen Menschenjagd zieren die Wände der Bar von Eagle Plains. Das skurrile Erscheinungsbild dieser Bar wird durch verschiedene Felle an Wänden und Boden vervollständigt. Aus allen Ecken schauten uns Bär, Wolf, Vielfrass und Moschusochse an. Ein guter Ort, um mal ein Glas mehr zu trinken.
Am nächsten Tag war ich noch nicht ganz wieder auf dem Damm, als ich ich bemerkte, dass unser Auto links hinten einen Platten hatte. So ärgerlich das war, so gut war es, dass es genau in Eagle Plains passierte. Wir fuhren langsam herüber zur Werkstatt und mit einem Blick auf unseren Platten winkte uns der Mechaniker in die Halle. Ohne wirklich ein Wort mit ihm gesprochen zu haben, liessen wir unser Auto bei ihm und gingen erst mal frühstücken. Wir vertrauten dem Mechaniker, denn er war bestimmt ein Experte im Reifen reparieren oder zumindest der Einzige im Umkreis von 500 Kilometern.
Frisch gestärkt, mit Luft im Reifen und den Tank voll Benzin fuhren wir weiter in Richtung Inuvik. Schon nach kurzer Zeit erreichten wir den Polarkreis und nicht lange danach kamen wir zur Grenze vom Yukon Territory zu den Northwest Territories. Mit einem eiskalten Sturm empfingen uns die Northwest Territories und liessen keinen Zweifel an der Rauheit dieses Teils von Kanada.
Der Dempster Highway führte uns weiter durch wechselnde Landschaften. Weite baumlose Täler, die unsere Blicke in die Ferne schweifen liessen. Enge Schluchten, gesäumt von Bergen, die wie gefaltet aussahen. Ein von Eisenerz rostrot gefärbter Bach. Darüberhinaus war aber auch der schlechte Zustand der Strasse Schuld daran, dass wir nur langsam voran kamen.
Wir überquerten zuerst den Pelly River und dann den MacKenzie River mit einer Fähre. Die zweite Fährfahrt gab uns Rätsel auf. Die Strasse trifft genau dort auf den Fluss, wo der Arctic Red River in den Mac Kenzie mündet. Die Indianersiedlung Arctic Red River liegt in der Gabelung zwischen diesen beiden Flüssen. Die Fähre fährt immer der Reihe nach alle drei Ufer an. Als wir auf die Fähre fuhren, wurden wir nach links gewunken, die Fähre legte ab, überquerte zuerst den Arctic Red River und liess alle Autos, die rechts standen, herunter. Dann fuhr sie zur anderen Seite des MacKenzie und entliess uns und ein paar andere Passagiere. Man hatte uns aber nie gefragt, ob wir nach Arctic Red River oder nach Inuvik wollten. So ging Gerry hin und fragte den Einweiser auf der Fähre, woher er denn wüsste, wo wir hinwollten. "Das ist ganz einfach", antwortete der Indianer. "Alle die in Arctic Red River wohnen, kenne ich! Alle anderen fahren nach Inuvik". Klar, ganz einfach eigentlich.
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Inuvik
Nach weiteren zwei Stunden auf der Schotterpiste kamen wir in Inuvik an. Leider konnte man hier weder die Beaufort-See sehen noch die Grösse des MacKenzie Deltas halbwegs erfassen. Aber eine Attraktion hat Inuvik doch: eine Kirche in der Form eine Iglus. Wir blieben nur eine Nacht - in der es wg. der Mitternachtsonne allerdings nicht dunkel wurde. Dann füllten wir unsere Getränke und Benzinvorräte auf und fuhren den Dempster Highway wieder zurück.
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Dempster Highway, am Horizont der MacKenzie River
Das Wetter wurde immer schlechter und die Schotterpiste, die sich Highway nennt, wurde zu einer einzigen schlammigen Rutschbahn. Torsten aber steuerte unsere Van sicher durch den strömenden Regen. Unangenehmerweise machte unser Auto plötzlich seltsame Geräusche. Ein Blick in den Seitenrückspiegel erklärte alles. Der Auspuff hing fast auf der Strasse. Das Auto hatte sowieso schon seine Farbe von silbergrau auf schlammbraun gewechselt. Es nur zu berühren, bedeutete schon, sich richtig dreckig zu machen. Aber unter dem Auto herumzukriechen war wirklich kein Vergnügen. Doch Torsten befestigte den Auspuff notdürftig, fest genug jedenfalls, um wieder bis nach Eagle Plains zu kommen.
Nur wenige Kilometer weiter kam die nächste Panne. Ein Stein hatte offensichtlich ein Loch in die Servolenkung geschlagen. Alle Flüssigkeit war ausgelaufen und nun hatte sich die Servolenkung endgültig verabschiedet. Auch das erleichterte das Fahren auf der schlammigen, kurvigen Schlaglochpiste nicht gerade. Ich war froh, dass Torsten am Steuer sass.
Wir erreichten Eagle Plains schliesslich mit einem Auto, dass von einer fangoartigen Schlammkruste bedeckt war. Zum Glück war es in Eagle Plains trocken. Torsten und Gerry beschlossen, auf die Servolenkung zu verzichten und sich ganz dem Auspuff zu widmen. Aber nicht, ohne das Auto zuvor vom gröbsten Schlamm zu befreien. Dank Gerrys Erfahrungen mit dieser Strasse war auch sein Werkzeugkasten in unserem Gepäck - und so konnten die beiden mit viel Geschick, etwas Draht und starkem Klebeband den Auspuff wieder in seiner Verankerung befestigen.
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Wagenwäsche in Eagle Plains...
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...die hübsche Kruste...
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..wird beseitigt
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Fachleute bei der Arbeit
Nach Eagle Plains war die Strasse trocken. Die Fahrt wurde lang und ich döste ein. Auf einmal weckte Torsten mich: "Da vorne ist ein Tier auf der Strasse!" Ich war sofort hellwach. Als wir näher kamen, erkannte ich es. Es war tatsächlich ein Wolf! Mein Leben lang habe ich davon geträumt, einmal einen wild lebenden Wolf zu sehen - und da stand er. Das heisst, er verschwand sofort, als er uns bemerkte. Langsam fuhren wir zu der Stelle, wo er im Gebüsch verschwunden war. Gerry und ich sprangen aus dem Wagen, doch wir sahen den Wolf nicht mehr. Wir kletterten die Böschung herauf. Vor uns lag eine Ebene, bedeckt mit Gras und einzelnen Bäumen. Irgendwo musste der Wolf doch geblieben sein! Wir suchten mit unseren Ferngläsern die Gegend ab. Kein Wolf war zu sehen. Währenddessen war Torsten ein Stück die Strasse entlang gegangen. Er hörte etwas im Gebüsch rascheln, war aber vorsichtig, denn das hätte auch ein Bär sein können. Gerry und ich wollten gerade aufgeben. Ich hatte mich schon umgedreht, als Gerry ihn entdeckte. Der Wolf war genau dort die Böschung herauf gekommen, wo Torsten das Rascheln gehört hatte. Er schaute uns an und lief dann los. Gerry rannte noch ein Stück hinter ihm her, aber konnte leider kein Foto von ihm machen. Ich war glücklich, ihn überhaupt gesehen zu haben.
Nur zehn Kilometer vor dem Ende unserer Reise auf dem Dempster Highway verpasste uns ein entgegenkommendes Auto noch ein nettes Andenken. Wie Pistolenschüsse knallte es, als zwei von ihm hochgewirbelte grosse Steine in unsere Windschutzscheibe flogen. Zwei wunderschöne Sprünge jetzt diese Scheibe und werden uns immer an den Dempster erinnern.
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ohne WorteDass wir den Wolf sahen, macht diese Expedition für mich zu einem vollen Erfolg. Aber ich würde niemanden den Dempster Highway empfehlen, der sein Auto mehr liebt als das Abenteuer.
Christiane am 22.08.2001 in Whitehorse/Yukon Territory (Canada):
Der Sourtoe Cocktail ist eine Spezialität in Dawson City. Ein alter abgefrorener menschlicher Zeh schwimmt in einem Getränk nach Wahl. Wer immer diesen Drink geniesst, muss den Zeh mit den Lippen berühren. Diese Mutprobe ist im alten Sourdough-Saloon von Dawson City sehr beliebt. Auch Torsten und unser Freund Gerry, mit dem wir Dawson besuchten, stellten sich dieser Herausforderung. Danach bekam jeder zum Beweis ihres Mutes ein echtes Zertifikat.
Obwohl Männer und Frauen jeden alters Schlange standen für dieses unvergessliche Erlebnis, konnte mich niemand dazu überreden.
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Nein, keine Fototapete! Gerry auf dem Midnight Dome in Dawson City,
im Hintergrund der Yukon River
Auch sonst ist Dawson City am Yukon River eine Reise wert. Die Stadt, in deren Nähe 1896 Gold gefunden wurde, kam im grossen Goldrausch von 1898 zu ihrer Blüte. Damals lebten über 30.000 Menschen in dieser Stadt, die heute nur noch ca. zweitausend Einwohner hat. Doch noch heute wird im Klondike River und im Bonanza Creek rund um Dawson Gold geschürft und gefunden. Die Häuser der Stadt sind noch alle im Stil der Jahundertwende und auch die Kleider der Bardamen erinnern an die grosse Zeit dieser kleinen Stadt.
Eine Besichtigung der Goldfelder und das Erlebnis, es einmal selber mit der Goldpfanne zu versuchen, gehört zu den obligatorischen Touristenattraktionen. Da ich schon vor ein paar Jahren, bei einer Paddeltour auf dem Yukon River, kein Glück beim Goldwaschen hatte, versuchte ich es diesmal gar nicht erst.
In jedem Souvenirgeschäft der Stadt kann man Goldnuggets oder Schmuck aus echtem Klondike-Gold kaufen. So stöberte ich lieber durch die Läden auf der Suche nach einem Stückchen Gold, das mir und meinem Geldbeutel gefiel. Leider wurde ich nicht fündig.
Ein wenig traurig war ich schon, als wir am nächsten Tag Dawson verliessen, ohne dass ich mir ein goldenes Andenken ergattert hatte.
Ein Caribou auf dem Top Of The World HighwayAuch Alaska ist vom Gold und seiner Anziehungskraft geprägt. In vielen Gegenden von Alaska wird bis heute erfolgreich Gold geschürft. Als wir direkt an einem Goldclaim vorbeikamen, wurden wir neugierig.
Doch auf der Fahrt auf dem Top-of-the-world-Highway wurde ich erstmal abgelenkt. Der Highway führt von Dawson City durch die Berge nach Alaska/USA. Auf dem Gipfel der Berge hat man tatsächlich das Gefühl, dass einem die Welt zu Füssen liegt. Kurz nach der Grenze zu den USA hatten wir eine ungewöhnliche Begegnung. Zwei Caribou Bullen liefen vor uns den Top-of-the-world-Highway entlang. Sie hatten wunderschöne riesige Geweihe, noch ganz von Bast eingehüllt. Die Caribous machten keine Anstalten, die Strasse zu verlassen, sondern trabten in ihrem unnachahmlichen Gang vor uns her. Und so hatten wir das Vergnügen, diese prächtigen Hirsche ganz aus der Nähe bewundern zu können. Erst als Torsten vorsichtig versuchte, sie zu überholen, bogen sie ab und verschwanden hinter einem Hügel.
Ein Mann stand auf einer altertümlichen Maschine und schwemmte mit einem Wasserstrahl Erde in etwas, dass für mich wie eine büerdimensionale Waschtrommel aussah. Die "Waschtrommel" drehte sich und trennte das grobe Gestein vom Sand. Gerry, der selber schon mit einem solchen Gerät gearbeitet hat, erklärte uns, dass der Sand in der sogenannten Sluicebox landet. Nach weiteren Trennverfahren kommt man so mit viel Mühe an das begehrte Metall.
Wir machten aus der Distanz ein paar Bilder, denn wir wollten den Goldsucher nicht bei seiner Arbeit stören. Doch als er seine Maschine abstellte und herunter kletterte, fragte Gerry, ob wir näherkommen dürften. Goldsucher können sehr empfindlich reagieren. Deshalb sollte man immer fragen, bevor man ihren Claim betritt.
Doch dieser Goldsucher hatte nichts gegen Besucher. Die Tatsache, dass Gerry selbst schon einmal Gold geschürft hatte, machte ihn noch gesprächiger. "Natürlich könnt ihr mal schauen, aber heute ist kein so guter Tag. Gestern hatte ich viel mehr Glück" sagte Jack, der Goldsucher. Ich schätzte ihn auf Mitte 60, auch wenn sein wettergegerbtes Gesicht sehr tiefe Falten aufwies. Auch seine Hände sahen aus, als hätten sie schon viel in Erde und kaltem Wasser gearbeitet.
Ich traute meinen Augen nicht, als Jack mit eben diesen Händen eine Pinzette nahm und nacheinander 8 Goldnuggets aus seiner Sluicebox pickte. Dieses Gold war vor einer halben Stunde noch tief in der Erde gewesen.
Zum ersten Mal begriff ich, was Goldrausch bedeutet. Wenn man es zwischen Sand und Steinen glitzern sieht und man es wirklich in der Hand halten kann, kann man nicht mehr aufhören, nach mehr und mehr zu suchen. Weiter unten in der Sluicebox kratze Jack mit einem Schraubenzieher im Sand. Überall glitzerte es, denn dort sammelte sich der Goldstaub, der den Löwenanteil des Goldfundes ausmacht.
Mich faszinierten jedoch die Goldnuggets. Ich wollte unbedingt eines davon haben. So "frisch" und echt bekommt man es in keinem Souvenirladen. Ich fragte, ob ich eines kaufen könnte. Doch der Goldsucher schien mich zu überhören. Er wollte wohl nicht so recht verkaufen, denn er hatte keine Waage vor Ort, um den Preis festzulegen. Ich blieb dennoch hartnäckig, denn der Goldrausch hatte mich gepackt. Als ich zum vierten Mal nach dem Preis fragte, gab er endlich nach. Die beiden grossen Nuggets sollten 50 Dollar kosten und die kleinen 20. Ich wollte eines von den kleinen Nuggets. So lief ich schnell zurück zum Auto, um Geld zu holen, bevor er es sich wieder anders überlegte.
Als ich zurückkam, pickte ich eines der kleineren Goldnuggets und sagte: "Dieses also für 20 Dollar?!" "Nein", sagte Jack "alle sechs zusammen" Ich traute meinen Ohren nicht ganz, fragte aber besser nicht noch einmal nach. Ich nahm mir die sechs Nuggets und gab Jack die 20 Dollar. "I like you Ma'm!" -'Ich finde Sie gut' sagte er, und meinte damit wohl meine Hartnäckigkeit.
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Goldwaschanlage
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Jack
Als ich später meine Nuggets mit denen in einem Souvenirgeschäft verglich, wurde mir klar, was für ein sehr gutes Geschäft ich gemacht hatte. Diese Goldnuggets werden mich immer an den verschrobenen Jack und seine rostige Sluicebox erinnern.
Tagebuch einer Weltreise © Torsten + Christiane Herrmann 2001/2002